Wort zum 18. Sonntag nach Trinitatis, 25. September 2016

Der September neigt sich dem Ende entgegen. Die meisten Felder sind schon abgeerntet. Und wir steuern auf Erntedank zu. Mancherorts wird das Fest schon an diesem Wochenende gefeiert, in den meisten Kirchen am nächsten Sonntag. Da lohnt es sich, in dieser Woche einmal zurück zu schauen.

Was habe ich im vergangenen Jahr geerntet? Und bei dieser Frage denke ich nicht nur an die Früchte des Feldes und die des eigenen Gartens. Ich denke an viele Bereiche in unserem Leben. Was habe ich geerntet – beruflich, persönlich, familiär?

Nicht nur schöne und gute Früchte werden wohl dabei sein. Im Laufe eines Jahres fährt man auch eine ganze Menge Mist ein. Das soll nicht verschwiegen oder weggeschoben werden. Gleichzeitig ist es daneben gut, ganz bewusst zu schauen: Was ist alles an Gutem und an Schönem passiert? Wofür bin ich dankbar? Wie in den Nachrichten so ist es ja sonst auch im persönlichen Leben häufig so, dass die schlechte Nachricht besser im Gedächtnis bleibt als die gute.

Vielleicht gab es inmitten einer persönlichen Krise Hilfe und das gute Wort, wo es so nötig war. Vielleicht wurde ein Kind geboren oder getauft, die Nachprüfung in der Schule bestanden, ein besonderer Geburtstag gefeiert oder es gab mal wieder schöne Momente mit lieben Menschen und herzlichem Lachen. Vielleicht noch ganz andere Dinge.

Alles Dinge, die wir geerntet haben – und für die wir Grund haben, dankbar zu sein. Richten wir diesen Dank doch an den Schöpfer unseres Lebens und unserer Freude und stimmen ein in Psalm 118: „Danket dem HERRN, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich.“

von Inga Schönfeld, Pfarrerin in Werther und Harsewinkel