Wort zum 7. Sonntag nach Trinitatis, 30. Juli 2017

Wir erleben gegenwärtig die „Hundstage“, in Europa für gewöhnlich die heißesten des ganzen Jahres. Benannt sind sie nach dem Hundsstern, dem Sirius, in dessen Nähe die Sonne vom 23. Juli bis zum 23. August steht. Dann steigt hierzulande der Absatz eines Getränks sprunghaft an: Mineralwasser.

Wenn es richtig heiß ist und man auch ohne Anstrengung schon kräftig schwitzt, ist klares, kühles Wasser der beste Durstlöscher. Auch verwöhnten Gaumen schmeckt das sonst eher als fade verschriene nasse Urelement dann mit einem Mal herrlich. Da, wo der Durst quält und das Verschmachten droht, wird Wasser zum Inbegriff des Lebens.

In diesem Sinne spricht auch Jesus vom Wasser, wenn er sagt: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ (Johannes 7,37b)

Durst ist, ähnlich wie Hunger und Luftnot, ein übermächtiges Gefühl lebensbedrohenden Mangels. Wird er nicht schnellstens behoben, ist der Tod unausweichlich. Es gibt freilich auch Defiziterfahrungen, die wir nicht so unmittelbar bemerken, obwohl sie oft nicht weniger lebensbedrohlich sind: Beziehungsstörungen, Liebesentzug, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, Lebensangst, Sinnleere …

Seit den Tagen der Wanderschaft Jesu haben Menschen gespürt, dass er in einzigartiger Weise Kraft und Mut, Freude und Zuversicht, Liebe und Leben verströmt. Deshalb bezeugen sie ihn als eine geistliche Heilquelle und das Beherzigen seiner Worte als Trinkkur, durch die das gekränkte Gemüt gesundet.

Kosten Sie doch auch einmal von diesem „Wasser des Lebens“. Es ist ebenso kostbar wie köstlich – und dennoch völlig kostenlos. Zum Wohl!

von Pfarrer Hartmut Splitter, evangelische Kirchengemeinde Werther