Wort zum 4. Advent, 18. Dezember 2016

Göttliche Geburtsvorbereitung

Einige von Ihnen werden das Gefühl kennen. Es ist so weit: Der Streifen auf dem Schwanger-schaftstest färbt sich lila, positiv, Sie bekommen ein Baby. Wer eigene Kinder hat, mag nachfühlen können, was da auf einen zukommt. Die Vorbereitungen auf die Geburt laufen schnell auf Hochtou-ren: Kinderzimmer einrichten, Elterngeld beantragen, Geburtsvorbereitungskurs machen und, und, und...

Auch im Advent geht’s ja um, eine Geburtsvorbereitung. Im ersten Kapitel des Lukasevangeliums heißt es: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem heiligen Geist. Maria, die Jungfrau, wird Mutter, und Gott, der Heilige Geist, der Vater dazu.

Auf diese Geburt bereiten wir uns im Advent vor. Allerdings haben wir keine neun Monate Zeit da-für, sondern nur vier Wochen – heute sogar nur noch sieben Tage. Kein Wunder, wenn wir am Hei-ligen Abend nicht „in Weihnachtsstimmung“ sind.

Wie wäre es, wenn Sie sich im Advent einmal so frühzeitig vorbereiten, wie Sie es bei jeder anderen Schwangerschaft in der Familie tun würden? Nein, nicht früher Kekse backen oder Geschenke kau-fen, sondern sich wirklich mit Gott und dem Geschenk seines Sohnes an diese Welt auseinanderzu-setzen. Eine Möglichkeit bietet der „Andere Advent“, ein moderner geistlicher Adventskalender der anderen Art (zu bestellen unter www.anderezeiten.de). Und auch Ihre Kirchengemeinde am Ort bie-tet viel Passendes an: Gottesdienste, geistliche Adventsnachmittage, Bibelkreise und vieles mehr.

Keine Sorge, das soll jetzt kein Zwang sein. Die Gute Nachricht ist nämlich: Jesus kommt auch ohne unsere Vorbereitungen. Ganz genauso, wie ein Baby auch geboren wird, selbst wenn ich mich nicht darauf vorbereite. Und doch tut es mir gut, mich für das Kommen Jesu zu öffnen, damit ich seine Geburt intensiver erleben kann.

So auch mit Jesus: Wie jedes Kind bringt er die Hoffnung, dass es weitergeht. Er bringt die Hoff-nung auf Neues, ja, mehr noch: ein ewiges Leben.


von Johannes Heicke, Pfarrer der SELK-Bethlehemsgemeinde