„Die Evangelische Kirche am Rio de la Plata und ihr Engagement für die Bewahrung der Schöpfung“

eilnehmende am Pastoralkolleg (hinten, v.l.): Mirta Asmores, Carlos Cozel, Aurelia Schöller, Luis Keil, Michael Nachtrab , Eugenio Albrecht, Hiario Tech; (vorne, v.l.): Ruben Mohr, Waldemar von Hof

„Die Evangelische Kirche am Rio de la Plata und ihr Engagement für die Bewahrung der Schöpfung“

Zehn deutsche Pfarrerinnen und Pfarrer und zehn Kolleginnen und Kollegen aus der Evangelischen Kirche am La Plata (IERP) nahmen im März 2015 an einem Seminar zum Thema Schöpfungsbewahrung in unserer subtropischen Partnerregion Misiones teil. Es war bereits die dritte Pfarrerbegegnung: 2011 ging es in Buenos Aires um „Armut und Reichtum“, 2013 in Bethel um „Kirche und Staat“.  

Das zehn-tägige Seminar fand in einem Tagungszentrum der IERP auf dem wunderschönen Gelände eines Altenheims in Eldorado statt. Verantwortet wurde das Kolleg im Wesentlichen von Heike Koch, Leiterin des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe), und Pfarrerin Sonia Skupch, Generalsekretärin der IERP, außerdem von MÖWe-Regionalpfarrerin Kirsten Potz und Kirchenrat Gerhard Duncker. Zum Programm gehörten Beiträge der Teilnehmenden über die Bedrohung der Schöpfung im jeweils eigenen Umfeld und Informationen darüber, wie die Kirchen und Gemeinden auf diese Herausforderungen reagieren.

Zum besseren Verständnis der gastgebenden Kirche war dieser Seminarphase ein dreitägiger Besuch in Gemeinden vorgeschaltet. Dort wurden die Hauptprobleme der Region erfahrbar: die Soja-Monokultur (Verlust von subtropischem Urwald, Einsatz von Gentechnik, Wasser- und Bodenkontaminierung mit Pestiziden, Bodenerosion, Gesundheitsgefährdung…), Abhängigkeit und Gesundheitsgefährdung der Kleinbauern im Tabakanbau, Kraftwerke/Stauseen (Landverlust und Umsiedlung/Entwurzelung von Tausenden), großflächiger Anbau von Pinien und Eukalyptus für Papierindustrie (Wasserverschmutzung, Verlust von ursprünglichem Wald), Einschränkung des Lebensraums der indigenen Bevölkerung u.v.m.

In einem Vortrag und bei einer Exkursion zu den Überresten der Jesuiten-Reduktionen am Paraná stellte Professor René Krüger, Buenos Aires, einen alternativen, christlich begründeten Gesellschaftsentwurf vor, der rund 150 Jahre funktionierte und durch schonenden Umgang mit Menschen und Natur überzeugte. Erst der Neid von Papst und spanischem König auf den wirtschaftlichen Erfolg machte dem Modell Mitte des 18. Jahrhunderts ein gewaltsames Ende.

Das Pastoralkolleg endete mit einem Besuch der Iguazú-Wasserfälle. Man kann sich kaum vorstellen, dass auch dieses Naturschauspiel bedroht und vom Menschen beeinflussbar ist. Aber am Oberlauf regulieren Kraftwerke den Durchfluss und nehmen Einfluss auf das Ökosystem.

Das Kolleg wurde zweisprachig durchgeführt. Tägliche Morgen- und Abendandachten machten den geistlichen Reichtum und die Vielfalt der Begabungen erlebbar. „Die Begegnungen mit den Kollegen und der intensive Austausch bei Andachten, Referaten und die Kontakte zu den Gemeindegliedern sind so unglaublich wertvoll gewesen - das kann nur ein Pastoralkolleg“, so ein Teilnehmer. (kp)