Wort zum Sonntag Sexagesimae, 08. Februar 2015

Lieber Leserin, lieber Leser!

Nehmt einander an, wie Christus uns angenommen hat, zu Gottes Lob. (Römer 15,7)

So lautet die Jahreslosung 2015. 
Nehmt einander an, wie Christus uns angenommen hat. Was heißt das für 2015?

Paulus, von dem dieses Wort stammt, geht es nicht nur um die Menschen in den Gemeinden, sondern um die ganze Völkerwelt. Alle sollen mit der weltumspannenden Liebe Gottes bekannt gemacht werden. Was der Völkerwelt 2015 auf den Nägeln brennt ist die Klima-Frage!

Es war im Dezember 2009, als die Welt-Klimakonferenz in Kopenhagen stattfand. 192 Staaten nahmen daran teil. Es ging um die Klima-Zukunft der Völkerwelt. Waren die Völker imstande, eine Sprache zu sprechen, um gemeinsam eine Lösung zu finden? „Quarks und Co“ berichtete am 08. Dezember 2009 von der Klimakonferenz. Dazu gehörte auch ein Gespräch mit Jürgen Trittin. Er berichtete von den acht Klima-Konferenzen, die er bisher mitgestaltet hatte.

Als Jürgen Trittin die Inselstaaten im Pazifik ansprach, wurde ich besonders hellhörig. Diese Inselstaaten sind besonders durch den Klimawandel betroffen (Stürme und Überschwemmungen). Um dieser Inselgruppe zu helfen, so Trittin, müssten wir über unseren Schatten springen, und es gelang: Da Amerika immer wieder durch sein Veto wichtige Beschlüsse blockierte, nutzten wir 2001 bei der Klima-Konferenz in Bonn den Augenblick, in dem Amerika – bedingt durch eine Regierungsumbildung – nicht an der Klima-Konferenz teilnehmen konnte und sich der Stimme enthielt. So war es möglich, verbindliche Klima-Vorgaben für die Völkerwelt zu beschließen, von denen nun auch die Staaten der Insel-Region im Pazifik profitieren: In Mikronesien, Fidschi, Kiribati, Marshallinseln, Nauru, Palau, Papua-Neuguinea, Samoa, Salomonen, Tanga, Tuvalu und Vanuatu gibt es nun Projekte des Klimaschutzes: Nehmt einander an, wie Christus uns angenommen hat, zu Gottes Lob.

Ein gutes Jahr wünscht Ihnen

Kurt Kükenshöner, Pfarrer im Ruhestand