27. Juli 2014 - 6. Sonntag nach Trinitatis

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,20)

Reisewelle auf den Straßen. Unterwegs sein im World-Wide-Web. Grauenhafte Nachrichten aus aller Welt. Das Ferne kommt uns nahe. Nicht immer ist es mit dem Reiz des Unbekannten verbunden.

Es verstört und empört mich zu hören und zu sehen, wie Menschenleben zum Spielball der Interessen werden, wie die Gewalt eskaliert. Flugzeugabschuss in der Ukraine,  Bomben im Nahen Osten. Und es ist nur die Spitze des Eisberges – was halt in den Medien gerade oben auf liegt. Die Einen behaupten, aus Glauben so gewalttätig zu handeln. Andere haben anscheinend weder Ehrfurcht vor Gott noch vor den Menschen. Die Weltgemeinschaft weiß dem Grauen nicht Einhalt zu gebieten. Hilflos verfolgen wir das Geschehen. Manche sagen: Das ist ja nicht zum Aushalten! Manche zeigen Mitgefühl und Anteilnahme, beten für die Opfer und ihre Angehörigen, vielleicht auch für die Täter. Manche fragen nach Gott.

„Ich bin bei euch“ sagt der, der dem Leiden nicht ausweicht. Der am Kreuz von Golgatha bis in die tiefsten Abgründe mitgeht. Er bleibt denen zur Seite, die leiden, die sterben. Er tut es aber auch für alle, die Schuld auf sich laden. Die ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen nicht gerecht werden.

Ich bin bei euch, sagt Jesus, – und trage euch durch Leid und Tod hindurch.
Ich bin bei euch – und stehe euch bei, wenn ihr euch vor Gott verantworten müsst.
Ich bin bei euch – und zeige euch, wie Gottes Vergebung euch zu Frieden und Versöhnung führen kann.

In Jesus Christus ist der ferne Gott uns nahe. Ich bin dankbar, dass er behütend mitgeht. Dass er umkehren heißt, wenn Wege in die Irre führen. Ich bedenke, dass Gott als der Schöpfer mit seiner ganzen Welt vernetzt ist. Ich bitte, dass Gott die aufrichtet, die ganz unten sind. Und uns zum Frieden hilft.

Gott segne uns und behüte uns.
Gott gebe uns Liebe wo Hass ist,
Kraft wo Schwachheit lähmt,
Toleranz wo Ungeduld herrscht,
Offenheit wo alles festgefahren scheint.
So sei Gottes Segen mit uns allen,
beflügle unsere Hoffnung
und begleite uns wie ein Licht in der Nacht.
Hanne Köhler

von Dagmar Schröder, Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Steinhagen