13. April 2014 - Palmsonntag

Vor zwei Jahren sah ich im Fernsehen einen katholischen Gottesdienst zum Palmsonntag: Ich muss sagen, der hat mir gefallen. Die ganze Gemeinde war unterwegs. Es wurden Palmwedel, also palmähnliche Pflanzen besorgt und dann in einem langen feierlichen Zug in die Kirche getragen. So ähnlich war es damals auch als Jesus einzog: Alle waren auf den Beinen und legten Palmwedel und Kleidungsstücke auf den Boden, um den Weg Jesu zu säumen. In der Tat! So kann man auch heute dieses Ereignis nacherleben.

Ob wir, die evangelische Kirche hier vielleicht einen gewissen Nachholbedarf haben?

Dabei spielt das Passahfest auch in unseren Gottesdiensten eine wichtige Rolle – vielleicht ist uns das gar nicht mehr so bewusst: Während des Abendmahles gibt es auch eine Szene, die an den einziehenden Jesus erinnert, nämlich im Lobgesang „Heilig, heilig, heilig“:
Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herre Zebaoth: Voll sind Himmel und Erde seiner Herrlichkeit.
Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der, der da kommt im Namen des Herren, hosianna in der Höhe. Im Matthäusevangelium im 21. Kapitel wird vom Einzug Jesu in Jerusalem berichtet:
Die Menge, die Jesus voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna, dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Ja, so war es damals in Jerusalem.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wenn wir auch nicht immer Palmzweige dabei haben, so dürfen wir doch alle mit einstimmen in den Jubelruf des Volkes. Hosianna, heißt übersetzt: Herr, hilf! Es geht also nicht nur um Anbetung, sondern auch um einen Hilferuf. Wir dürfen Jesus unser Vertrauen singend entgegen bringen und um seinen Einzug in unsere Gemeinde und in unser Leben bitten. Der Palmsonntag ist also Lobgesang, Anbetung und Bitte zugleich.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Palmsonntag.
Ihr Kurt Kükenshöner.

von Kurt Kükenshöner, Pfarrer im Ruhestand