05. Januar 2014 - 2. Sonntag nach Weihnachten

Nun ist er schon fast wieder Geschichte, der Wechsel vom letzten Tag des alten zum ersten Tag des neuen Jahres. Wie haben Sie ihn verbracht? Mit leckerem Essen, guten Freunden in gemütlicher Runde und sich anschließenden Gesellschaftsspielrunden? In trauter Zweisamkeit im heimischen Wohnzimmer vor dem Fernseher? Ganz alleine mit der Bettdecke über dem Kopf, als die nächtliche Knallerei losging? Oder ganz anders?

Wie auch immer, ganz sicher haben Sie genau wie ich so manchen guten Wunsch mit auf den Weg bekommen: „Alles Gute für 2014!“ – „Viel Erfolg im neuen Jahr!“ – „Guten Rutsch!“ Und nach dem Skiunfall von Michael Schumacher, der uns nicht nur betroffen gemacht, sondern uns wieder einmal an die Verletzlichkeit und Begrenztheit unseres Lebens erinnert hat, hieß es vermehrt: „Gesundheit, vor allem Gesundheit! Das ist doch das Wichtigste!“ Und, ach ja: „Viel Glück!“

Aber was macht mich glücklich? Das Auskommen mit dem Einkommen? Die Frau an meiner Seite, die auch dann zu mir hält, wenn ich mal wieder ungenießbar bin? Der Blick auf die Kinder, die ihren Weg gefunden haben? Die positive Resonanz auf das, was ich im Beruf leiste? – Ja, bei mir ist das so, aber bei anderen auch?

Die Glücksforschung (ja, die gibt es tatsächlich) sagt, dass das Glück nur in den Augen des Betrachters existiert, ganz entscheidend von den Lebensbedingungen und meiner eigenen Anpassungsfähigkeit abhängt. Auch die eigene innere Einstellung zum Glück soll darüber entscheiden, wie viele glückliche Momente ich im Leben erleben darf.

Das heißt mit anderen Worten, wer immer schlecht gelaunt und mit hängendem Kopf durch die Weltgeschichte geht, wer alles immer negativ sieht, dessen Chance steigt, zum Pechvogel zu werden. Und umgekehrt, das Glück soll denen eher hold sein, die sich fröhlichen Mutes auf den Weg machen und auch im Schrecklichen noch Positives zu entdecken vermögen. Letztere scheinen – zum Glück – in der Mehrzahl zu sein, wenn man den Einträgen bei Google traut. 25.800.000 Einträge beim Stichwort Glück und nur 7.060.000 zum Stichwort Pech.

Im neuen Jahr möchte ich gerne vom Beter des 73. Psalms profitieren. Dessen Glück ist seine Beziehung zu Gott. Er hat in seinem Leben erfahren, dass Gott ihn in jeder Lebenssituation trägt. Er vertraut darauf, dass ihm Gott nahe ist, und das macht ihn glücklich. Und: Er behält das Glück nicht für sich, sondern gibt es weiter. In diesem Sinne also: viel Glück im neuen Jahr, vor allem das Glück, Gott nahe zu sein.

von Dirk Leiendecker, Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Versmold.