18. August 2013, 12. Sonntag nach Trinitatis

Sommerzeit ist Urlaubszeit! Vielleicht sind Sie schon im Urlaub gewesen, vielleicht fahren Sie noch in den Urlaub. Meine Familie und ich waren im Urlaub an der See und wir lieben es, stundenlang am Strand spazieren zu gehen. Dort sind viele Steine zu finden, große und kleine, runde und eckige, glatte und raue. Viele Steine liegen am Strand und man kann sie auf dem Wasser hüpfen lassen, andere liegen halb im Wasser und glänzen dann sehr schön. Steine sind faszinierend. Sie sind nicht umsonst Sinnbild für Vieles geworden.

Weil sie sehr fest sind, sprechen wir auch vom Fels in der Brandung. Steine sind aber auch Ausdruck für Probleme, für Sorgen. Sie können einen Weg unpassierbar werden lassen, wir können uns an ihnen stoßen oder über sie stolpern. Wenn wir vor Problemen stehen, dann liegen uns sprichwörtlich Steine im Weg. Und wenn wir eine schwierige Aufgabe gelöst haben, dann fällt uns ein Stein vom Herzen. Auf das Tragen dieser Steine möchten wir lieber verzichten. Und dennoch werden wir immer wieder solche Steine zu tragen haben, das macht auch vor der Urlaubs- und Sommerzeit nicht halt.

Gott kann uns helfen unsere schweren Steine zu tragen. Wenn wir ihm vertrauen, dann verlieren die Sorgen-Steine an Gewicht. Ich denke aber, dass Gott uns nicht mehr zu tragen gibt, als wir auch tragen können, auch wenn wir das nicht glauben, weil die Last uns zu erdrücken scheint. Manchmal braucht es einfach Zeit, bis die schmerzhaften Kanten abgeschliffen sind, bis die Steine wieder glatt und rund sind, die Wunden verheilt sind. Oder bis wir gelernt haben, mit den scharfen Kanten zu leben. Vielleicht werden so aus Stolpersteinen Lebenssteine.

Verlassen wir uns auf Gottes Zusage: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest" (Ps 91,11.12).

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Sommerzeit!

Ihr Jens Christian Weber, Synodalvikar in Halle (Westf.)