03.12.2017 12:04

Synode beschließt Trägerverbund für Kindertageseinrichtungen

Haushalt 2018 einstimmig angenommen

Heinrich Schengbier brachte als Vorsitzender des Finanzausschusses den Haushalt 2018 ein. Fotos: fra

Pfarrer Sven Keppler führte in die Diskussion über den Trägerverbund für Kinderta-geseinrichtungen ein.

Marlene Ens beantwortete als Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen Fachfragen zum Trägerverbund.

HALLE/Borgholzhausen – Mit großer Mehrheit haben die 54 anwesenden Synodalen der Kreissynode am Freitagabend die Gründung einer freiwilligen Trägerschaft für Tageseinrich-tungen für Kinder im Evangelischen Kirchenkreis Halle beschlossen. Die Synode, die aus 61 Mitglieder besteht, tagte turnusmäßig im Gemeindehaus Kampgarten in Borgholzhausen und beriet außerdem über den Haushalt 2018 der acht Kirchengemeinden und des Kirchenkreises. Die Tagung verlief, wie von Superintendent Walter Hempelmann prognostiziert, in ruhiger und sachlicher Atmosphäre.

Die im Sommer begonnene Diskussion um die Gründung eines Verbundes für Tageseinrich-tungen für Kinder im Evangelischen Kirchenkreis Halle setzte die Synode kontrovers fort. „Pfarrerinnen und Pfarrer erhalten Freiräume für ihre eigentliche Arbeit, werden von Verwal-tungsaufgaben sowie Personalführung und -steuerung im Kita-Bereich entlastet“, betonte Pfarrer Dr. Sven Keppler. Sven Keppler und sechs weitere Mitglieder bildeten über zwei Jahre einen Ausschuss, der „sondiert, diskutiert, präsentiert und weiterentwickelt“ und schließlich die Satzung des Verbundes erarbeitet hatte. In der Diskussion wurde z.B. die Befürchtung geäußert, dass die Kontakte zwischen Kita und Gemeinde nicht mehr so intensiv sein werden, wie jetzt. „Die Entlastung der hauptamtlichen und ehrenamtlichen in den Presbyterien von Verwaltungsaufgaben rückt die inhaltliche Arbeit wieder in den Vordergrund“, ist sich Pfarrer Keppler sicher.  

Um genug Zeit für die Umsetzung zu haben, wird der Trägerverbund zwar zum 1. Januar 2018 gegründet, soll aber erst zum Kindergartenjahr 2019/2020 in Aktion treten. Bis dahin werde eine Geschäftsstelle installiert, die aus der Verwaltungspauschale der Einrichtungen finanziert wird. Für 2018 sind dafür im Haushalt des Kirchenkreises bereits rund 190.000 Euro reserviert. Außerdem müssen sich die einzelnen Gemeinden entscheiden, ob sie dem Verbund beitreten wollen. In anderen Kirchenkreisen, etwa in Bielefeld oder Herford, arbeiten Trägergemeinschaften seit langem erfolgreich.

Außerdem beriet die Synode den Haushalt für die acht Kirchengemeinden und den Kirchen-kreis. „Wir haben den Haushalt für 2018 vorsichtig und mit Bedacht geplant“, betonte Heinrich Schengbier, der als Vorsitzender des Finanzausschusses den Haushalt einbrachte. Die gute wirtschaftliche Lage zeige sich in einem Kirchensteuer-Plus, das zum größten Teil in die Gemeinde fließt. Mit eigenen Einnahmen verfügt der Evangelische Kirchenkreis Halle in 2018 über rund 7 Millionen Euro. 6,13 Millionen Euro kommen als Zuweisung von der westfälischen Landeskirche – das sind rund 190.000 Euro mehr als im Vorjahr. Dank der Mehreinnahmen könne die gewohnte Arbeit fortgesetzt werden, freute sich Walter Hempelmann, Superintendent des Kirchenkreises, über die finanzielle Stabilität. Dennoch müssten mit Blick auf die sinkenden Zahlen Mitgliederzahlen sowie an Pfarrerinnen und Pfarrer Strukturveränderungen vorgenommen werden. „Wir müssen jetzt und nicht in einer akuten Not gestalten“, forderte der Superintendent. Der Haushalts- und Stellenplan für 2018 wurde einstimmig angenommen.

Zuvor hörten die Mitglieder der Synode turnusgemäß die Berichte von der Synode der evan-gelischen Kirche von Westfalen, die vor kurzem in Bielefeld getagt hatte. (fra)