06.04.2016 14:17

Ein Mann mit vielen Talenten

Wechsel im Amt des Friedhofswärters: Eckhard Drewel gibt den Stab an Holger Schliewe weiter

Eckhard Drewel öffnete nicht nur das Tor zum Friedhof, er hatte auch immer ein offenes Ohr für Menschen, die dorthin kommen.

Holger Schliewe übernimmt die vielfältigen Aufgaben des Friedhofswärters und Hausmeisters der Kirchengemeinde Bockhorst. Fegen vorm Eingang des Gemeindehauses gehört dazu. Fotos: fra

BOCKHORST – Ostersonntag hat die Kirchengemeinde Bockhorst ihren Friedhofswärter Eckhard Drewel in den Ruhestand verabschiedet und Holger Schliewe in das Amt eingeführt. Obwohl er nur sechs Jahre lang das Amt bekleidete, ist Drewel schon lange mit der Kirchengemeinde und dem Friedhof verbunden.

Schon seit seiner Kindheit ist der Bockhorster Drewel eng mit der Kirchengemeinde verbunden. Schon sein Vater war ehrenamtlich aktiv und der kleine Eckhard begleitete ihn oft auf seinen Wegen durch die Kirchengemeinde. Vater Fritz Drewel leitete den Posaunenchor und war jahrzehntelang Presbyter. Im Jahr 2000 ließ Sohn Eckard sich selbst ins Presbyterium wählen und zeichnete unter anderem für den Bereich Friedhof zuständig. Die ehrenamtlichen Aufgaben legte er nieder, als er 2010 die Aufgaben des Friedhofswärters übernahm.

Diese Stelle hatte der 65-Jährige nun sechs Jahre inne. Sie passte gut zu ihm, denn er liebt die Arbeit in der Natur. Drewel ist gelernter Landwirt. Nach der Ausbildung war es für ihn selbstverständlich, im elterlichen Betrieb in Bockhorst zu arbeiten.

Als er die Aufgabe in der Gemeinde übernahm, war er schon lange nicht mehr in der Landwirtschaft tätig. Nach der Aufgabe des elterlichen Betriebes vor mehr als 25 Jahren stieg fuhr Eckhard Drewel in das Führerhäuschen eines Lkw und verdiente 20 Jahre lang als Fernfahrer sein Geld. Aber dann führten ihn familiäre Verpflichtungen zurück nach Bockhhorst. „Ich wollte nicht mehr ständig unterwegs sein, sondern mich intensiver um meine Eltern kümmern können“, erklärt Eckhard Drewel, warum er noch einmal beruflich neuorientierte.

Die Bedingungen waren vor sechs Jahren günstig, denn Harry Knemeyer ging als Friedhofswärter in den Ruhestand. Eckhard Drewel packte die Gelegenheit beim Schopfe – und hat die Entscheidung nicht bereut. Ein Vorteil für die Gemeinde: Er brachte nicht nur das nötige Know-how und die Freude an der Arbeit mit, sondern auch das passende Equipment. Die Gerätschaften, die er als Landwirt einsetzte, kamen nun bei seiner neuen Arbeit noch einmal zum Einsatz.

„Der Friedhof macht einen sehr guten Eindruck“, freut sich Pfarrerin Birgit Gillmann. Drewel hat einiges verändert in seiner Zeit als Friedhofsgärtner. Pfarrerin Gillmann zeigt gerne den neu gestalteten Platz mit dem Holzkreuz in der Mitte der Anlage oder auf den gepflasterten Weg. Beiden fällt es schwer, die Aufgaben des Friedhofwärters aufzuzählen. „Es sind so viele Kleinigkeiten“, sagt Drewel. Dazu gehören Rasenmähen, Wege säubern, Hecken schneiden, Abfall abtransportieren und neue Begräbnisstätten einrichten. Und dann sind da noch die vielen Gespräche. „Auf dem Friedhof wird man auch von den Menschen angesprochen, die hierher kommen“, erläutert er. Es sind viele Menschen, die trauern, die mit ihm reden wollen – eine Aufgabe, die Feingefühl braucht. So gibt es immer was zu tun. Und das nicht nur auf dem Friedhof. Drewel hat sein handwerkliches Geschick mit einem Teil seiner Stunden außerdem für Hausmeistertätigkeit in der Gemeinde einsetzte.

Für seinen Ruhestand hat er keine großen Pläne. Nur: „Ich bin als Lkw-Fahrer überall in Deutschland gewesen, habe aber nie viel gesehen“, sagt er. Das möchte er nun nachholen, Kirchen interessieren den 65-Jährigen besonders.

Der Nachfolger von Eckhard Drewel ist in der Gemeinde kein Unbekannter. Holger Schliewe (49) ist gelernter Melker, kommt also auch aus der Landwirtschaft. Als Ehemann von Pfarrerin Birgit Gillmann kennt er sich in Bockhorst bestens aus. Nach einem Unfall musste sich Schliewe beruflich neuorientieren – und so lag es nahe, die Stelle als neuer Bockhorster Friedhofswärter anzutreten. Einen Monat konnte er sich an der Seite von Eckhard Drewel mit allen Aufgaben vertraut machen. 

Eckhard Drewel fällt der Abschied auch ein bisschen schwer, nachdem er schon ein ganzes Leben lang Verantwortung in der Gemeinde Bockhorst getragen hat. „Ehrenamtliche Hilfe wird immer gerne dankend angenommen“, meint Pfarrerin Gillmann. „Ich bin ja nicht weg“, sagt Drewel und schmunzelt. (fra)