11.01.2016 15:14

„Die Gemeinde hat es genossen“

Küsterin Amalia Lindt in den Ruhestand verabschiedet

Amalia Lindt (2.v.l.) und ihr Mann Alexander verlassen Versmold nach 16 Jahren als Küsterehepaar der Gemeinde. Dirk Leiendecker (l), Sven Keppler und Elisabeth Hübler-Umemoto überbrachten den Dank der Gemeinde. Foto: fra

Versmold – Nach 16 Dienstjahren in der Kirchengemeinde Versmold ist Amalia Lindt als Küsterin zum Jahresende 2015 in den Ruhestand gegangen. Nun verschiedete sich die Kirchengemeinde mit einem festlichen Gottesdienst und einem Kirchkaffee.

„Die Tante ist schuld, dass ich Küsterin werde“, zitierte Pfarrer Dirk Leiendecker Amalia Lindt aus dem Vorstellungsgespräch im Jahr 1999. Diese Tante war auch Küsterin, hatte die Stellenanzeige der Kirchengemeinde in UK gelesen und sie ihrer Nichte gegeben. Und so rief Nichte Amalia in Versmold an und sagte, „Hier ist die Familie Lindt. Sie suchen ein Küsterehepaar. Wir können uns das vorstellen.“ Danach, so Leiendecker, ging alles sehr schnell. Nach eine paar Schnuppertagen und dem Vorstellungsgespräch guckte sich die Familie die Küsterwohnung an und kam vier Wochen vor Weihnachten nach Versmold. Die „Bewährungsprobe Advent“ meisterte das Ehepaar mit Bravour und seitdem war Familie Lindt ein sichtbarer Teil der Gemeinde. Denn Amalia Lindt und ihre Familie haben sich mit der Kirchengemeinde identifiziert.

„Und das in einer klassischen Rollen-Aufteilung“, erzählte der Pfarrer: Alexander Lindt übernahm den Außendienst, d.h. Rasenmähen oder Reparaturen, während Amalia Lindt den Innendienst versah, z.B. saß sie im Gottesdienst an den Akustikreglern in der letzten Reihe oder half am Altar beim Abendmahl. Und das Ganze „immer offen, freundlich, zugewandt, mit einem Lächeln im Gesicht, adrett gekleidet – häufig in der Lieblingsfarbe rot – und hilfsbereit.“ Es seien die Kleinigkeiten gewesen, die den Unterschied machten, wie die Süßigkeiten für die Kleinen beim Kirchcafé, das Blümchen hier oder ein Schleifchen dort. Ursprünglich aus Kasachstan stammend übernahm Küsterin Lindt in den letzten Monaten ihrer Amtszeit zusätzlich ehrenamtlich die Aufgabe als Übersetzerin für die Flüchtlinge.

Bei der Entpflichtung von ihren Aufgaben dankte dann Pfarrer Sven Keppler der Küsterin noch einmal im Namen der Gemeinde für ihr Können, das sie mit Charme eingebracht habe. „Die Gemeinde hat es genossen“, betonte er.

Für die Zukunft, die sie in Lübbecke bei Tochter, Schwiegersohn und Enkel verbringt, wünschte Pfarrer Leiendecker Amalia Lindt und ihrer Familie die Kraft, Gottes Liebe zu spüren und die ausgestreckte Hand Jesu zu sehen, wie er sie auf dem Fensterbild Petrus entgegenstreckt. (fra)